Rückblick auf die Abschlussveranstaltung "Bildung 50+"

Bildungsplanung für eine heterogene, wachsende Zielgruppe.
Inspirationen für Erwachsenenbildner und Bildungsverantwortliche

Am 27. Februar 2018 fand im Schloss Suresnes der Katholischen Akademie in Bayern die Abschlussveranstaltung des KEB-Projekts „Bildung 50+“ statt.

Nach über zweijähriger Projektlaufzeit sollten die Erkenntnisse aus den acht Pilotangeboten mit interessierten Erwachsenenbildner/-innen und Bildungsverantwortlichen geteilt werden.

Prof. Dr. Rudolf Tippelt

65 Teilnehmende folgten der Einladung und ließen sich in vier Gesprächsrunden von den Erfahrungen der Projektbeteiligten berichten. Prof. Dr. Rudolf Tippelt, der das Projekt über die gesamte Laufzeit wissenschaftlich beraten hatte, führte jeweils kurz in den Themenkomplex ein und kommentierte anschließend die innovativen Bildungsangebote aus wissenschaftlicher Sicht.

Herr Frericks, Frau Dr. Schilling und Frau Heilmeier-Schmittner

Beim ersten Themenbereich „Milieuspezifischer Zugang bei der Bildungsplanung“ befragte Georg Frericks die drei Projektverantwortlichen Petra Reiter (Your Törn), Monika Heilmeier-Schmittner (Life spots) und Dr. Astrid Schilling (Mittags im Schloss) zu ihren ausgewählten Zielgruppen, zum milieuspezifischen Marketing und der erfolgreichen Durchführung der Angebote. Es zeigte sich, wie trotz der gleichen Altersspanne (50-60 Jahre) ganz unterschiedliche Herangehensweisen erforderlichen sind, wenn die Milieus der Bürgerlichen Mitte, der Konservativ-Etablierten oder der Sozialökologischen angesprochen werden sollen.

Frau Dr. Gebrande, Frau Krecan-Kirchbichler, Herr Kommer und Prof. Tippelt

Den zweiten Themenkomplex „Intergenerationelles und interkulturelles Lernen“ moderierte Dr. Johanna Gebrande. Wie wichtig Grundlagen der Projektarbeit und u.a. die Berücksichtigung der Sinus Milieus sind, um Menschen zu befähigen in ihrem Wirkungskreis Generationen zusammenzubringen, schilderte Brigitte Krecan-Kirchbichler (Generationenmentoren). Ewald Kommer konnte aus seinen Erfahrungen mit dem Projekt „Handwerker bieten Flüchtlingen eine Chance“ berichten, wie organisatorisch aufwendig, aber für die Teilnehmenden umso bereichernder der gemeinsame Praxistag war. Die jungen Geflohenen und die Handwerker nutzten die Möglichkeit eine jeweils andere Kultur beim gemeinsamen Tun etwas besser kennen zu lernen.

Frau Dr. Pfrang und Frau Hierl

Im dritten Themenbereich „Qualifizierung von Ehrenamtlichen“ wollte Dr. Claudia Pfrang von Maria Hierl (Voll im Leben) und Bartolomäus Meister (Generationenmentoren) wissen, worauf es ankommt, wenn man Ehrenamtliche fortbildet, damit sie selbst (Bildungs-)Angebote durchführen können. Bei den Socialmedia-Begleiterinnen war es neben den pädagogischen Kompetenzen vor allem die technische Schulung, denn die Socialmedia-Begleiterinnen sollten auf möglichst viele Situationen, die sie bei den Besuchen der Senior/innen vorfanden, vorbereitet sein. Beim „Qualifizierungskurs Generationenmentor/innen“ zeigte sich erneut in welch unterschiedlichen Bereichen die Ehrenamtlichen (und teilweise auch Hauptamtlichen) tätig werden wollten und dass ihnen die Ausbildung half auch gegen Widerstände ihr Generationenprojekt weiterzuverfolgen. Dabei war es sicherlich förderlich zu wissen, dass es über die Zeit des Qualifizierungskurses hinaus einen Ansprechpartner bei der jeweiligen KEB gab.

Frau Mittermaier, Frau Mehl und Frau Dollberger

Im vierten Themenbereich „Aufsuchende Bildung für mobil eingeschränkte Ältere“ fragte Dr. Johanna Gebrande nach deren Bedeutung, aber auch den damit verbundenen Herausforderungen. Walburga Mehl schilderte als Socialmedia-Begleiterin eindrucksvoll, wie sie die Besuchsdienste bei den Senior/innen zu Hause erlebt hat und mit welcher Freude sie ihre Tätigkeit ausübt. Auch wenn die „Sofa-Seminare“ nicht stattfinden konnten, weil sich nicht genügend Ehrenamtliche für die Durchführung fanden, konnte Christel Mittermaier doch den Bedarf an Bildungs- und Austauschmöglichkeiten im privaten Raum bestätigten, den sich v.a. ältere Alleinlebende wünschten. Ehrenamtliche Vorleser/innen und Helfer/innen in den Seniorenheimen waren auch bei Carina Dollbergers „Lesungen im Altenheim und Stadtpark“ enorm wichtig. Die Freude und das Interesse der Altenheimbewohner/innen zeigt, dass es richtig ist dort hinzugehen wo die Menschen sind.

In der Pause und beim Get-together nach dem Input nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit sich an den Pinnwänden weiter über die acht Bildungsangebote zu informieren oder direkt mit den Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen.

 

Das Projekt "Bildung 50+" wurde unterstützt von

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