Ausgewählte Themen II: Soziale Frage

„Die in der Gütererzeugung, der Güterverteilung und in den Dienstleistungsgewerben geleis-tete menschliche Arbeit hat den Vorrang vor allen anderen Faktoren des wirtschaftlichen Lebens, denn diese sind nur werkzeuglicher Art.

Die Arbeit nämlich, gleichviel, ob selbständig ausgeübt oder im Lohnarbeitsverhältnis ste-hend, ist unmittelbarer Ausfluß der Person, die den stofflichen Dingen ihren Stempel auf-prägt und sie ihrem Willen dienstbar macht.

Durch seine Arbeit erhält der Mensch sein und der Seinigen Leben, tritt in tätigen Verbund mit seinen Brüdern und dient ihnen; so kann er praktische Nächstenliebe üben und seinen Beitrag zur Vollendung des Schöpfungswerkes Gottes erbringen.“

Zweites Vatikanisches Konzil, Pastoralkonstitution „Gaudium et Spes“ (1965, Nr. 67)

Grundlegende Texte

Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz (Hg.),
Das Soziale neu denken. Für eine langfristig angelegte Reformpolitik
(Die deutschen Bischöfe. Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen 28)
Bonn 2003. 28 S.
Mit diesem Impulstext versucht die Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz Bedingungen aufzuzeigen, die es ermöglichen, über die Tages-aktualität hinaus einen langfristig zukunftsfähigen Reformpfad einzuschlagen und einzuhal-ten.
Download unter: http://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/veroeffentlichungen/kommissionen/Ko_28.pdf

Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz (Hg.),
Mehr Beteiligungsgerechtigkeit. Beschäftigung erweitern, Arbeitslose integrieren, Zukunft sichern: Neun Gebote für die Wirtschafts- und Sozialpolitik
(Die deutschen Bischöfe. Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen 20)
Bonn 1998. 19 S.
Stellungnahme einer Expertengruppe, berufen durch die Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz, die neun Gebote für einen gerechteren Arbeitsmarkt u.a. summiert.
Download unter: http://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/veroeffentlichungen/kommissionen/KO_20.PDF

Statistisches Bundesamt; Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung; Ge-sellschaft sozialwissenschaftlicher Infrastruktureinrichtungen (Hg.),
Datenreport 2008: Der Sozialbericht für Deutschland
Bonn 2008.
Der Bericht beschreibt die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und in Europa. Detailliert untersucht werden u.a.: die Entwicklung der sozialen Sicherungen der Menschen und ihre subjektiven Einstellungen zum Sozialstaat und zur Sozialpolitik, die Entwicklung und Verteilung der Einkommen, die Zufriedenheit der Menschen in verschiede-nen Lebensbereichen, die soziale Schichtung und soziale Lagen sowie die politische und sozi-ale Partizipation und Integration.
Download unter: http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Navigation/Publikationen/Querschnittsveroeffentlichungen/Datenreport__downloads,templateId=renderPrint.psml__nnn=true

Arbeitsmaterialien

Bildungswerk e.V. und Diözesanverband München und Freising e.V. der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (Hg.),
„Arbeit 2020 – Tätigsein in sozialer Sicherheit!“
Begleitheft zum Jahresschwerpunktthema 2010
München 2009. 68 S., 3,- Euro.

„Gute Arbeit und gutes Leben für alle!“
Begleitheft zum Jahresschwerpunktthema 2006
München 2005. 65 S., 3,- Euro.
Strukturiert nach dem sozialethischen Dreischritt „Sehen, Urteilen, Handeln“ bieten diese beiden Arbeitshilfen Texte, Thesen, Referententipps, Bausteine für die Gottesdienstgestaltung, Aktionsvorschläge und vieles mehr zum Thema Arbeit und Soziale Frage.
Bestellbar unter 089 / 5525160 oder info@kab-dvm.de

Diözesanrat der Katholiken der Erzdiözese München und Freising (Hg.),
Unsicher – prekär – ausgegrenzt. Der Wandel der Arbeitswelt und seine Folgen für die Arbeitnehmer.
Eine Diagnose aus christlicher Sicht, mit Impulsen für die Praxis
München 2010. 81 S.
Nach dem sozialethischen Dreischritt „Sehen, Urteilen, Handeln“ aufgebaut, erläutert dieses Heft die aktuelle Situation der Verunsicherung auf dem Arbeitsmarkt, dem folgen Stellungnahmen zum Verhältnis von Kapital und Mensch. Abschließend werden eine Reihe von politischen Forderungen und Vorschlägen für Aktionen vorgestellt.
Online unter: http://www.erzbistum-muenchen.de/media/pfarreien/media12302520.PDF

Medien

Bezugsquellen:
http://www.avmedienkatalog.de/
http://www.filmwerk.de/
http://www.mediendienste.info/leihmedien/index.asp

Mach doch, was du willst – 11 Kurzfilme zum Wandel der Arbeit
(DVD 2007; unterschiedl. Länge; versch. Produzenten; versch. Regisseure).
Globalisierung, Flexibilisierung und Automatisierung verändern die Arbeitswelt tiefgreifend. Die elf Kurzfilme, Ergebnis eines Wettbewerbs der Kulturstiftung des Bundes in Zusammenarbeit mit der Kurzfilmagentur Hamburg und ZDF/Arte, nähern sich dem Thema auf sehr unterschiedliche Weise: Ob es dabei um ein Leben in der Kommune geht, einen Blick hinter die Kulissen auf die Arbeit einer Schauspielerin, eine erfundene Profession am Flughafen oder um einen fiktiven Familienrat – die Ideen bieten Anstöße zum Nachdenken.
Kurze Arbeitshilfe unter: http://www.dioezese-linz.at/pastoralamt/medienverleih/arbeitshilfen/ah060325.pdf

More
(DVD 1998; 7 Min.; Animationsfilm ab 12 J.; Produktion von Flemmington Pictures u.a.; Regisseur Mark Osborne).
Dieser Trickfilm über den Sinn des Lebens und der Arbeit zeigt einen alternden Erfinder, der tagsüber an einem Seelen tötenden Fließband arbeitet. In seiner Freizeit entwickelt er jedoch eine Brille, welche die trostlose Realität in farbige Illusion verwandelt. Das Produkt findet reißenden Absatz, der Erfinder steigt vom Fließbandarbeiter zum Firmenchef auf. Aber bald bemerkt er, dass sich an der trostlosen Realität nichts geändert hat, und beschließt, ganz andere Wege zu gehen.
Mit Arbeitshilfe: http://www.materialserver.filmwerk.de/arbeitshilfen/more_ah.pdf

Verkauft – Kindersklaven in einer globalisierten Welt
(DVD 2009; 29 Min.; Produktion von FWU Institut für Film und Bild; Regisseurin Dorothea Schmoll).
Kinder sind die billigsten Arbeitskräfte des 21. Jahrhunderts. Von ihren Eltern verkauft oder von Schleppern entführt, produzieren sie unter menschenunwürdigen Bedingungen Billigwaren für den globalisierten Markt. Der Film zeigt Schicksale von Kindersklaven in Indien. Doch die Suche nach den Verantwortlichen führt bis nach Deutschland und beweist, dass auch deutsche Firmen mit diesen Lebensläufen verknüpft sind. Der Film ist Träger des Menschenrechts-Filmpreises 2008 in der Kategorie „Bildung“.
Arbeitshilfe auf dem CD-Rom-Teil der DVD sowie unter: http://www.emzbayern.de/cms/fileadmin/shop/verkauft_kindersklaven/Begleitheft.pdf

Links

http://www.sankt-georgen.de/nbi/
Hompepage des Oswald Nell-Breuning Instituts, Frankfurt mit regelmäßig sehr aktuellen Stellungnahmen zu sozialethischen Fragen.

http://www.boeckler.de/32014_96797.html
Quellen und Grafiken speziell zur Leiharbeit, aufbereitet von der Hans Böckler Stiftung, die zeigen, dass Leiharbeit regional sehr unterschiedlich aufgeteilt ist.

http://www.erzbistum-muenchen.de/Dioezesanrat/Page002993.aspx
Themenseite des Erzbistums München-Freising zu prekärer Arbeit mit Downloadmöglichkeiten von Arbeitshilfen, Gottesdienst-Bausteinen, Veranstaltungshinweisen u.a.

http://www.kab.de/dynasite.cfm?dssid=4041
Homepage der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands mit vielen aktuellen Stellungnahmen und Arbeitsmaterialien rund um das Thema Arbeit zum kostenfreien Download.

http://www.katholische-kirche.de/2695.html und
http://www.katholische-kirche.de/2700.html
Offizielle Themenseiten der Katholischen Kirche Deutschlands mit Stellungnahmen, Artikeln etc. zur Arbeitsfrage und zum Sozialstaat mit Links.

http://www.pub.arbeitsagentur.de/hst/services/statistik/interim/index.shtml
Aktuelle Monatsstatistiken der Arbeitsagentur mit Schaubildern zum Downloaden.

Zeitschriften

Themenheft „Aufbruch in die schöne neue Arbeitswelt?“
(Nr. 152/2004, Heft 3, der „Theologisch-praktischen Quartalschrift“, hg. von: Professorinnen und Professoren der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz).
Mehrere Artikel zum Thema Arbeit, u.a. zum Recht auf Arbeit und Einkommen, zum Wandel der Arbeitsgesellschaft sowie alttestamentliche Blicke auf die Arbeit.
Informationen unter: http://www.ktu-linz.ac.at/thpq/2004/quartal_03/thpq_152_2004_3.html

Fachbücher und Artikel

Belitz, Wolfgang; Schneider, Hans-Udo; Klute, Jürgen,
Zukunft der Arbeit in einem neuen Gesellschaftsvertrag
Münster u.a. 32004. LIT, 288 S., 15,90 Euro.
Der alte Gesellschaftsvertrag ist zerstört, er muss durch einen neuen ersetzt werden. Diesem neuen Gesellschaftsvertrag stellen die Autoren, alle evangelische Sozialethiker, fünf Fragen: Welches Einkommen für welche Arbeit? Welche Arbeit ohne Einkommen? Welches Einkommen ohne Arbeit? Wie sind Männer und Frauen an Arbeit und Einkommen partnerschaftlich zu beteiligen? Wie kann Ehrfurcht vor dem Leben der einen Welt entwickelt und erhalten werden?

Breitscheidel, Markus, Arm durch Arbeit. Ein Undercover-Bericht
Berlin 2010. Ullstein Taschenbuch, 218 S., 8,95 Euro.
In einem Selbstversuch und durch persönliche Begegnungen mit Betroffenen überprüfte der Autor, welche Wirkungen die neue Wirtschaftspolitik und Sozialgesetzgebung im Sinne der Agenda 2010 einige Jahre nach ihrem Inkrafttreten entfaltet haben. Dazu schlüpfte er 18 Monate lang in die Rolle eines erwerbslosen Hartz-IV-Empfängers. Der daraus entstandene Tatsachenbericht regt zum Nachdenken und Handeln an.

Brieskorn, Norbert; Wallacher, Johannes (Hg.),
Arbeit im Umbruch. Sozialethische Maßstäbe für die Arbeitswelt von morgen
Stuttgart 1999. Kohlhammer, 176 S., 25,- Euro.
Gesammelte Vorträge und Diskussionen eines Symposions zum Thema Arbeit an der Hochschule für Philosophie in München. Gerd Haeffner, Karl Georg Zinn, Dietmar Mieth und Berng Guggenberger stellen mit philosophisch-anthropologischen, soziologischen und sozialethischen Schwerpunkten das Thema vor. Dabei werden Elemente einer Anthropologie der Arbeit, ihr Strukturwandel und weitere Aspekte (Arbeitslosigkeit, Prinzipien der Sozialethik, Globalisierung etc.) profund behandelt.

Castel, Robert; Dörre, Klaus (Hg.),
Prekarität, Abstieg, Ausgrenzung. Die soziale Frage am Beginn des 21. Jahrhunderts
Frankfurt a.M. u.a. 2009. Campus, 424 S., 29,90 Euro.
International bekannte Autoren betrachten mit den „Aussteigern“, „Prekariern“ und „Ausgegrenzten“ unterschiedliche Gruppen und deren soziale Lage. Der Band stellt Anschlüsse an die internationale Debatte um die neue soziale Frage her und verdeutlicht, dass Prekarisierung in den einzelnen europäischen Ländern sehr Unterschiedliches bedeuten kann.

Fischer, Michael; Kruip, Gerhard,
Nicht nur Einzelschicksale: Stellt sich in Deutschland von neuem die soziale Frage?
in: Herder-Korrespondenz 60 (2006), Heft 12, S. 613–617.

Foitzik, Alexander,
Was ist Arbeit wert?
in: Herder-Korrespondenz 60 (2006), Heft 2, S. 55–57.

Klute, Jürgen; Schlender, Herbert; Sinagowitz, Sabine (Hg.),
Gute Arbeit – Good Work
Münster u.a. 2004. LIT, 376 S., 29,90 Euro.
Der Band gibt einen Überblick über die Projekte der Internationalen Arbeitsorganisation, der Europäischen Union, Gewerkschaften und Kirchen in Europa, die sich für „gute Arbeit“ engagieren. Die Beiträge sind von Mitarbeitenden der jeweiligen Projekte verfasst und enthalten eine Projektvorstellung sowie praktische Anregungen zur Auseinandersetzung mit der Arbeitswelt.
Sozialethische Reflexionen zur menschlichen Arbeit sowie eine Dokumentation der wichtigsten Stellungnahmen zum Thema aus den evangelischen Kirchen in Deutschland runden das Buch ab.

Küppers, Arnd,
Gerechtigkeit in der modernen Arbeitsgesellschaft und Tarifautonomie
Paderborn u.a. 2008. Schöningh, 544 S., 78,- Euro.
Der Autor legt in seiner Dissertationsschrift nach einigen grundlegenden Positionen zur Arbeit und der Arbeitsgesellschaft die Entwicklung des Tarifvertragswesens in Deutschland dar und reflektiert dies im Blick auf soziale Gerechtigkeit.

Lorenz, Frank; Schneider, Günter (Hg.),
Ende der Normalarbeit? Mehr Solidarität statt weniger Sicherheit – Zukunft betrieblicher Interessen vertreten
Hamburg 2007. VSA, 176 S., 14,80 Euro.
Wie Gewerkschaften und betriebliche Interessenvertretungen auf die Herausforderungen durch die rasante Zunahme von atypischen Beschäftigungsverhältnissen reagieren können, war Thema des „6. Düsseldorfer Arbeits- und Sozialrechtsforums“. Die in diesem Band dokumentierten Beiträge geben Impulse für die notwendige Diskussion über die Weiterentwicklung von betrieblicher Interessenvertretung.

Marx, Reinhard; Nacke, Bernhard,
Gerechtigkeit ist möglich. Zwischenrufe zur Lage des Sozialstaats
Freiburg 2004. Herder, 144 S., 12,90 Euro.
Die Autoren beschreiben sozialpolitische Probleme wie Arbeitslosigkeit und die Krise der Renten-, Pflege- und Krankenversicherung und damit verbundene Fragestellungen. Dabei legen ihre „Zwischenrufe“ Wert auf Kriterien für verantwortbare Entscheidungen – entgegen so manchen pragmatischen Rezepten.

Negt, Oskar,
Arbeit und menschliche Würde
Göttingen 2007. Steidl Gerhard, 747 S., 15,- Euro.
Oskar Negt, Professor für Sozialwissenschaften, legt mit diesem umfangreichen Werk die Grundlagen für den aktuellen Diskurs zur Arbeit. Anhand von gegenwärtigen Beispielen zeigt er Missstände auf und kommt zu dem Schluss, dass sich die Menschheit ihres historischen und moralischen Kapitals bedienen muss, will sie der Macht des destruktiven Kapitalismus beikommen.

Prantl, Heribert,
Kein schöner Land. Die Zerstörung der sozialen Gerechtigkeit
München 2005. Droemer/Knaur, 207 S.
Prantl, renommierter Journalist der Süddeutschen Zeitung, fasst seine wichtigsten Thesen seiner Situationsanalyse zusammen: „Die Spitzenpolitiker, die in den 1960er und 1970er Jahren den sozialen Aufstieg geschafft haben, kappen heute die Verbindung nach unten. Die neuen Gesetze fördern die neue Armut. Die Reformpolitik ist einseitig und gefährdet den Zusammenhalt der Gesellschaft. Sie schützt nicht vor sozialen Risiken, sondern produziert diese Risiken neu. Sie fördert nicht den Gemeinsinn, sondern praktiziert Gemeinheit. Sie entsorgt die Solidarität und belastet damit die Familien mit Kindern.“
Der Autor legt gewohnt pointiert eine Streitschrift vor.

Rifkin, Jeremy,
Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft. Neue Konzepte für das 21. Jahrhundert.
Übersetzt von Thomas Steiner, Hartmut Schickert
Frankfurt a.M. 22004. Campus, 240 S., 21,90 Euro.
Rifkin stellt in diesem Buch fest, dass überall und in zunehmendem Maße Menschen durch Maschinen ersetzt werden, so dass das Ende der Arbeit drohe. Eine Zukunft der Arbeit sieht er jenseits der Erwerbsarbeit: Er empfiehlt, einen dritten Sektor jenseits von Markt und Staat aufzubauen und so den Arbeitslosen zu neuer Beschäftigung zu verhelfen. Zudem fordert er Arbeitszeitverkürzungen und bringt die Wasserstoffwirtschaft als neuen Jobmotor ins Spiel, was die Gestaltung der Zukunft der Arbeit anbelangt.

Saberschinsky, Alexander,
Arbeitswelt im Wandel. Zur Sozialethiker-Tagung 2000
in: Die Neue Ordnung 54 (2000), Heft 4, S. 292–329.

Schramm, Michael; Große Kracht, Hermann-Josef; Kostka, Ulrike (Hg.),
Der fraglich gewordene Sozialstaat. Aktuelle Streitfelder – ethische Grundlagenprobleme
Paderborn 2006. Schöningh, 167 S., 29,90 Euro.
Das Buch dokumentiert die Diskussionen des „Berliner Werkstattgesprächs 2005“ christlicher Sozialethiker und gibt damit einen Überblick über den Stand der aktuellen Debatte. In den bewusst kontrovers angelegten Beiträgen geht es sowohl um aktuelle Streitfelder (z.B. Grundsicherung und Arbeitsmarkt, „Gesundheitsprämie“ versus „Bürgerversicherung“ in der Gesundheitspolitik, Sozialstaaten im internationalen Vergleich) als auch um ethische Grundlagenprobleme (z.B. aktuelle Gerechtigkeitstheorien, die Frage nach „katholischen Grundlagen“ des Sozialstaats, das Verhältnis von Sozialstaatlichkeit und moderner Demokratie).

Sombart, Werner; Hengsbach, Friedhelm,
Das Proletariat. Die Gesellschaft. Neue Folge 1
Marburg 2008. Metropolis, 248 S., 22,80 Euro.
„Das Proletariat“ von Werner Sombart erschien im Jahre 1906. Sombart zeigte darin das Ausmaß sowie die sozialen und psychischen Folgen der Verelendung der ärmsten Bevölkerungsschicht auf. Friedhelm Hengsbach kommentiert den Band von Sombart und schreibt die Geschichte des Proletariats bis in die heutige Zeit fort. Er zeigt, in welchen Formen der Begriff bis heute Gültigkeit hat.

Szuwart, Tobias,
Atypische Beschäftigungsverhältnisse. Teilzeitarbeit, Mini-Jobs, Ich-AG, Leiharbeit, Kombilohn und andere Formen in Deutschland
Hamburg 2008. Igel, 132 S., 39,90 Euro.
Das Buch liefert einen detaillierten und klar gegliederten Überblick über das Spektrum atypischer Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland. Es folgt eine Analyse der aktuellen Gesetzeslage sowie berufsstrategische Perspektiven und Wirkungen auf die Erwerbsmobilität sowie die Arbeitsmarktintegration insbesondere von Frauen und Arbeitslosen. Der Autor liefert Einschätzungen zum Ausmaß der Prekarität, welche mit den Erwerbsformen und ihren Begleitumständen einhergehen.

Thierse, Wolfgang; Ludwig, Heiner (Hg.),
Arbeit ist keine Ware: Über wirtschaftliche Krisen, normative Orientierung und politische Praxis
Freiburg 2009. Herder, 228 S., 14,95 Euro.
Durch die Wirtschaftskrise wird der Druck auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer weiter steigen und infolgedessen die Erwerbsarbeit dereguliert sowie die „Ware“ Arbeitskraft flott gemacht, so die Autoren dieses Buches. Sie machen in vielfacher Hinsicht deutlich, dass Arbeit gerade keine Ware ist. Mit Beiträgen von: Friedhelm Hengsbach, Andrea Nahles, Olaf Scholz, Wolfgang Thierse u.a.

Vogel, Berthold,
Wohlstandskonflikte. Soziale Fragen, die aus der Mitte kommen
Hamburg 2009. Hamburger Edition, 348 S., 25,- Euro.
Der Sozialwirt Berthold Vogel beschreibt die mit der Erodierung der Beschäftigung einher gehenden labilen Situationen der beruffachlichen Arbeitnehmerschaft mit sozialer Verwundbarkeit und Prekarität. Doch der Autor verharrt nicht in einer Minusvision, sondern stellt dieser die Chance neuer Gelegenheiten für Arbeitnehmer gegenüber. Der insgesamt durchaus realen Bedrohung von Integration und Kohäsion können verstärkter Arbeits- und Sozialrechtsschutz, kommunale Sorgearbeit und ein gestärkter öffentlicher Dienst abhelfen.

Wagner, Thomas,
Draußen – Leben mit Hartz IV. Eine Herausforderung für die Kirche und ihre Caritas
Freiburg 2009. Lambertus, 184 S., 9,90 Euro.
Wie lebt man mit dem Hartz-IV-Regelsatz von 347 Euro im Monat? Neun kommentierte Interviews mit Menschen, die „draußen“ stehen, außerhalb der Arbeitsgesellschaft, und nichts sehnlicher wünschen, als wieder „drin“ zu sein. In den biografischen Porträts bekommt das Leben mit Hartz-IV-Bezug konkrete Gesichter. Die Auskünfte hinterlassen Betroffenheit und Mitgefühl, sie zeigen die Gerechtigkeitsdefizite der Arbeitsmarktreform auf. Die „Option für die Armen“ steht hier als biblisch-theologischer Kernbegriff im Mittelpunkt.