Projekt: Klimaschutz braucht Bildung

Ein gemeinsames Projekt der KEB Bayern und der Umweltbeauftragten der bayerischen (Erz-)Diözesen

Motivation und Hintergrund

"Klimaschutz braucht Bildung" ist ein gemeinsames Projekt der KEB Bayern und der Umweltbeauftragten der bayerischen (Erz-)Diözesen. Es geht zurück auf die „Grundsatzerklärung der bayerischen Bistümer, der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und der Bayerischen Staatsregierung für eine Zusammenarbeit zum Schutz des Klimas“ vom 11. Januar 2007.  Hier verpflichten sich die Akteure auf eine Kooperation insbesondere in den Bereichen Bildungs- und Umweltarbeit, um das „Verantwortungsgefühl der Menschen für nachhaltige Entwicklung und insbesondere für den Klimaschutz zu wecken.“ Das Projekt „Klimaschutz braucht Bildung“ ist ein bedeutender Baustein für die konkrete Umsetzung dieser Selbstverpflichtung. 

Es ist in dieser Form einmalig und wird mit Mitteln des Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz sowie aus dem überdiözesanen Fonds der bayerischen (Erz-)Diözesen finanziert. Die KEB Bayern übernimmt den erforderlichen Eigenanteil in Höhe von 25% des Gesamtbudgets.

Phase I (2012-2015)

Die erste Phase des Projekts dauerte von 2012 bis 2015 und enthielt folgende Projektbausteine:

  1. Qualifizierung von kirchlichen Umweltauditorinnen und -auditoren
    Im Rahmen dieses Elements wurden 112 kirchliche Umweltauditorinnen und -auditoren ausgebildet, die - meist auf ehrenamtlicher Basis - Umweltmanagement in kirchlichen Einrichtungen (Pfarreien, Bildungshäuser u.ä.) implementieren und vor Ort das Bewusstsein für die Umweltarbeit schärfen.
     
  2. Praxisbegleitung kirchlicher Einrichtungen bis zur EMAS-Validierungsreife
    Umweltmanagement muss überprüfbar sein: Im Rahmen der ersten Projektphase wurden bayernweit kirchliche Einrichtungen, die sich bereitgefunden haben, vor Ort ein Umweltmanagementsystem (EMAS) konkret umzusetzen, bis von Expertinnen und Experten bis zur Validierungsreife begleitet. Validierungskosten konnten im Rahmen dieses Bausteins ebenfalls teilweise mit übernommen werden.
     
  3. Qualifizierung kirchlicher Umweltmanagementtrainerinnen und -trainer
    Die Qualifizierung von kirchlichen Umweltmanagementtrainerinnen und -trainern ist deutschlandweit ein Novum. Ziel dabei war, ebenfalls meist auf ehrenamtlicher Basis regionale Expertinnen und Experten auszubilden, die dazu befähigt werden sollten, vor Ort sukzessive Kurse zur Ausbildung von Umweltauditorinnen und -auditoren anzubieten. Dazu wurde von der KEB Bayern eigens ein maßgeschneidertes Ausbildungsformat entwickelt, das neben der Vertiefung der technischen Inhalte insbesondere Module zu den Bereichen Coaching, Moderation, Präsentation, Gruppendynamik und Motivation enthält.
     
  4. Etablierung von Austauschforen
    Eine besondere Herausforderung kirchlicher Umweltarbeit in Bayern ist, dass es einen überdiözesanen Austausch außerhalb der Ebene der Umweltbeauftragten nicht gibt. Im Rahmen dieses Projektes wurden Austauschformate (Austauschtreffen, aber auch EDV-basierte Maßnahmen) entwickelt, um künftig Synergie-Effekte besser nutzen zu können.

 

    Phase II (2016-2018)

    Aufgrund des großen Erfolgs der ersten Projektphase wurde ein Anschlussprojekt entwickelt, um Desiderata aus dem Erstprojekt sowie weitere erforderliche Bausteine umsetzen zu können. Die zweite Phase, welche 2018 abgeschlossen wurde, enthält folgende Bausteine:

    1. Qualifizierung von kirchlichen Umweltauditorinnen und -auditoren
      Die Nachfrage nach dem Kursangebot sowie der hohe Bedarf für diese Personengruppe vor Ort machte es erforderlich, auch in der zweiten Projektphase bayernweite Kurse zur Ausbildung von Umweltauditorinnen und -auditoren anzubieten und erfolgreich durchzuführen.
       
    2. Qualifizierung von Umweltmanagementtrainerinnen und -trainern
      Ähnlich verhielt es sich mit den Umweltmanagementtrainerinnen und -trainern: Nachfrage und Bedarf waren enorm. Dieses Ausbildungsformat stieß auf hohe Resonanz, sodass weitere Kurse entwickelt und durchgeführt wurden.
       
    3. Durchführung von überdiözesanen Netzwerk-Jahrestreffen
      Bereits in der ersten Projektphase wurde der hohe Bedarf an überdiözesanem Austausch identifiziert und umgesetzt. Die überdiözesanen Netzwerktreffen wurden in der zweiten Projektphase als jährlich stattfindenden, überregionaler Fachkongress zum persönlichen Austausch, zur Weiterbildung und zur Vertiefung der Vernetzung der unterschiedlichen (Erz-)Bistümer weiterentwickelt und etabliert.
       
    4. Web-basierte E-Learning-Plattform
      Die im Rahmen des Erstprojekts bereits erprobte Moodle-Plattform wurde weiter ausgebaut und gezielt in die o.g. Ausbildungsformate integriert. Projektziel war, dass die Plattform auch über das Projektende hinaus bei entsprechenden Bildungsbedarfen eingesetzt werden kann und auch jenseits umweltspezifischer Bildungsthemen innerhalb der KEB Bayern Verwendung findet.
       
    5. Verstetigung der Projektstrukturen
      Zentrales Projektziel war, dass die von der KEB Bayern als Förderempfänger angeschobenen Projektstrukturen nach Projektende in die diözesane Verantwortung der Umweltbeauftragten der bayerischen (Erz-)Bistümer sowie in diesem Bereich engagierten Bildungswerken übergeben werden können. Dies ist insbesondere durch das Curriculum, die Ausbildung und die daraus folgende Tätigkeit der Umweltmanagementtrainerinnen und -trainer, die Web-Plattform sowie die Weiterentwicklung des Formats der jährlichen Austauschtreffen hervorragend geglückt!