München (19. Februar 2026) – Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat seit Dezember 2025 Zulassungen für Integrationskurse für Migrant:innen auf Eis gelegt. Wie Anfang Februar bekannt wurde, ist der Anlass dafür eine Anweisung aus dem CSU-geführten Bundesinnenministerium.
Kein Zugang mehr für freiwillig Lernende zu Integrationskursen – diese politische Entscheidung betrifft einen großen Teil derjenigen, die bislang solche Kurse besuchten: Asylbewerber:innen, Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine und Menschen, die mit einer Duldung in Deutschland leben, sowie Migrant:innen aus EU-Staaten. Das Innenministerium begründet das Vorgehen mit Kosteneinsparungen. An Integrationskursen teilnehmen dürfen künftig nur noch Personen, die von Jobcentern, Trägern der Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, Ausländerbehörden oder Sozialämtern dazu verpflichtet werden, oder Selbstzahlende. In vielen Fällen kommt die Mindestteilnehmerzahl jedoch nur durch die Gruppe der geförderten Freiwilligen zustande. Die Maßnahme gefährdet daher das gesamte System sprachlicher Integration.
Dr. Achim Budde, Vorsitzender der KEB Bayern, betont: „In unseren Einrichtungen der Katholischen Erwachsenenbildung können Integrationskurse künftig nicht mehr wie gehabt stattfinden. In unseren Augen ist das ein fatales Signal: Wie irrational ist es in unserer politisch und wirtschaftlich angespannten Lage, Menschen, die Deutsch lernen wollen, Steine in den Weg zu legen! Alle sind sich einig, dass die Sprache zentral ist für die Integration. Viele Politiker fordern das lautstark ein – und dann lassen wir nicht einmal diejenigen lernen, die es freiwillig tun? Ich kann gar nicht sagen, wie beschämend ich das finde.“
KEB-Vorstandskollegin Kathrin Raps von der Kolping-Akademie ergänzt: „Es geht schließlich um Menschen, die sich die Kursgebühren oftmals gar nicht leisten können. Manche von ihnen sind genau die Arbeitskräfte, die wir so dringend brauchen, und die nur deshalb nicht arbeiten können, weil ihr Deutsch noch nicht gut genug ist. Hier möchten wir als Bildungsträger mit einem christlichen Menschenbild als Grundlage unserer Arbeit gerne auch in Zukunft das Verbindende för-dern und im wörtlichen Sinne Verständigung ermöglichen.“
Budde resümiert: „Diese kurzsichtige Maßnahme führt unweigerlich dazu, dass weniger Menschen es schaffen, hier in Deutschland anzukommen, anzupacken und ein selbstbestimmtes Leben zu führen – in der Arbeitswelt, aber auch als Eltern, Nachbarn oder in Vereinen, als wertvoller Teil unserer Gesellschaft! Trotz gigantischer Sondervermögen ausgerechnet hier zu kürzen, schadet allen und kann eigentlich auch nicht im Sinne der Bundesregierung sein. Für jeden Euro, den wir hier einsparen, zahlen wir doch langfristig ein Vielfaches drauf – ganz zu schweigen davon, dass die Perspektivlosigkeit, die wir damit forcieren, auch ein Nährboden für Kriminalität und Fana-tismus ist. Diese Maßnahme muss unverzüglich zurückgenommen werden.“
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