KEB Bayern trauert um Prof. Dr. Hans Maier

KEB Bayern trauert um Prof. Dr. Hans Maier

München (15. Juni 2026) – Am 8. Juni 2026 ist Prof. Dr. Hans Maier im Alter von 94 Jahren verstorben. Der renommierte Politikwissenschaftler und bekennende Katholik war als bayerischer Kultusminister einer der Wegbereiter der staatlich geförderten Erwachsenenbildung im Freistaat, wie wir sie heute kennen.

Für die KEB Bayern ist Hans Maier eine Persönlichkeit, die die Grundlagen für unsere heutige Arbeit maßgeblich mitgestaltet hat – als kluger Denker hinter dem „Grundgesetz der Erwachsenenbildung“, dem Erwachsenenbildungsförderungsgesetz (EbFöG). In den 1970er Jahren sollte damit ein bislang freier Bereich rechtlich ausgestaltet werden. In den Verhandlungen zum Gesetzesvorhaben war er in seiner Rolle als bayerischer Kultusminister ein Verfechter der Pluralität in der Erwachsenenbildung und pochte auf deren Freiheitlichkeit – ganz im Vertrauen darauf, dass die Organisationen der Erwachsenenbildung in Bayern in all ihrer Unterschiedlichkeit konstruktiv zusammenarbeiten – auch um jener „Dynamik und Lebensnähe“ willen, „die sich nun einmal aus der Tatsache der Freiheit und auch des Wettbewerbs ableiten“ (zur debatte 8/2014, S. 13).

So finden sich im 1974 verabschiedeten Gesetz keine Regelungen, die der Erwachsenenbildung (hoch-)schulähnliche Strukturen oder Formen diktieren. Die Rolle des Staates gleicht in der Erwachsenenbildung seither vielmehr der eines Förderers ohne eigenes Personal, ohne verordnete Lehrpläne oder Prüfungen. Diese Freiheit in der Umsetzung des Bildungsauftrags „geschah aus der tiefen Überzeugung heraus, dass ein von Freiheitlichkeit und Pluralismus getragenes System dem freiheitlich-demokratischen Gemeinwesen entspreche und am ehesten Gewähr biete, totalitären und kollektivistischen Tendenzen von der Wurzel aus zu widerstreben” – so formulierte es Hans Maier selbst in einer Rede vor dem Bayerischen Städteverband im März 1980.

Der Vorsitzende der KEB Bayern, Akademiedirektor Dr. Achim Budde erinnert sich: „In meiner Zeit als Direktor bin ich Prof. Maier – oft gemeinsam mit seiner Frau – noch etliche Male begegnet und war beeindruckt von ihm als Mensch, von der Breite und Prägnanz seines Denkens, seiner unfassbaren Eloquenz und nicht zuletzt davon, mit welcher souveränen Leichtigkeit er auch komplexeste Themen präzise, überzeugend und dann auch noch unterhaltsam darzulegen verstand: ein lebender Beweis dafür, dass Bildung die Politik besser, die Kirche menschlicher und das Leben reicher macht.“

Budde verweist darauf, dass Hans Maier einmal in wenigen Zeilen die KEB als „Dienst des Christen an der Welt“ definierte: „Erwachsenenbildung in katholischer Trägerschaft will den Menschen helfen, ihren beruflichen, gesellschaftlichen, politischen und religiösen Standort zu finden und dabei christliche Orientierungspunkte kenntlich und annehmbar machen.“ (zur debatte 8/2014, S. 14). Dies sei ein diakonisches Verständnis der Bildungsarbeit, das uns Christen auch selbst in die Pflicht nehme, über die intellektuelle Plausibilität unserer Positionen Rechenschaft abzulegen: „Wir werden auch in Zukunft gemeinsam mit unseren Mitgliedseinrichtungen in ganz Bayern daran arbeiten, diesem Anspruch gerecht zu werden – und Hans Maier damit ein ehrendes Andenken bewahren“, so Dr. Achim Budde, Vorsitzender der KEB Bayern.