
München (10. November 2025) – Ein wichtiges Signal in Zeiten, deren politische Debatten oft unversöhnlich wirken: Am 7. November überreichte Staatsminister Joachim Herrmann Zertifikate an über 70 Frauen und Männer, die sich in ganz Bayern für Integration einsetzen.
Am vergangenen Freitag hat Staatsminister Joachim Herrmann 73 neu qualifizierten Kulturdolmetscher:innen aus ganz Bayern in einer feierlichen Veranstaltung in der Katholischen Akademie in Bayern gemeinsam mit dem KEB-Landesvorsitzenden, Dr. Achim Budde, ihre Zertifikate übergeben.
„Es geht bei diesem Projekt nicht nur um Übersetzung, es geht nicht nur um die richtigen Worte“, so Joachim Herrmann. „Es geht darum, dass man Menschen hilft, sich besser zu verstehen. Und das nicht nur im wörtlichen Sinn, sondern auch hinsichtlich dessen, was Menschen bewegt, was sie neu erleben und empfinden. All das muss gedolmetscht werden. Und darum sind Sie alle Vorbilder – sowohl für andere Migrantinnen und Migranten, aber auch für unsere deutsche Gesellschaft insgesamt. Sie wissen, welche Wege man nehmen muss, weil Ihr Weg bislang erfolgreich war und ist. Und nun nehmen Sie Neuzugewanderte mit auf ihrem Weg zu Integration und bauen Brücken zwischen den Kulturen. Ich danke Ihnen für dieses großartige Engagement auch im Namen des Freistaats Bayern, der Staatsregierung und des Landtags insgesamt. Es ist gut, dass es Menschen gibt, wie Sie!“
40 Unterrichtseinheiten zu kulturellen Hintergründen und Unterschieden in den Bereichen Bildung, Erziehung, Religion oder Familie sind diesem Moment vorausgegangen: Der Qualifizierungskurs „Kulturdolmetscher plus – Sharing Empowerment“ macht Menschen mit Migrationserfahrung zu kulturkompetenten Gesprächspartner:innen und Brückenbauer:innen. Sie unterstützen ehrenamtlich sowohl Migrant:innen als auch verschiedenste Einrichtungen und Behörden bei der Kommunikation miteinander. Damit leisten sie einen Beitrag zu gegenseitigem Verständnis auf Augenhöhe und gesellschaftlichem Zusammenhalt.
Mit Begeisterung würdigte Dr. Achim Budde den konzeptionellen Hintergedanken des Projekts: „Was für ein Geistesblitz, aus einer vermeintlichen Not diese edle Tugend zu machen! Statt in Migrationsbiografien nur darauf zu schauen, was an hundertprozentiger Beheimatung vielleicht noch fehlen mag, zu erkennen, dass hier Doppelkompetenzen vorliegen, die man fruchtbar machen kann. Die Idee, diese Doppelkompetenz nicht als Defizit an Deutschsein zu interpretieren, sondern die darin angelegten Fähigkeiten zum Wohle weiterer Migrantinnen und Migranten, aber auch zum Wohle unserer hiesigen Gesellschaft fruchtbar zu machen, … diese Idee ist so stark und überzeugend, dass man den Gründervätern und -müttern dieser Projektidee und allen, die sie zum Leben erweckt und Jahr für Jahr getragen haben, nur gratulieren kann: Gut gemacht!“
Initiiert wurde „Kulturdolmetscher plus“ von der Katholischen Erwachsenenbildung München und Freising, dem Dachauer Forum und der Domberg-Akademie – allesamt Mitgliedseinrichtungen der KEB Bayern.
Das Projekt wird vom Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration gefördert. Im Jahr 2025 profitierten davon 23 Kurse von Mitgliedseinrichtungen der Katholischen und Evangelischen Erwachsenenbildung in fast allen bayerischen Regierungsbezirken.
Kulturdolmetscherin Diane Pohl, qualifiziert vom Dachauer Forum, ist seit Mai im Einsatz „(…) und das macht mich unheimlich glücklich! Ich kann anderen helfen Deutschland besser zu verstehen und hoffentlich auch ihren Platz hier zu finden. Das ist ein Privileg, das nur durch diesen Kurs möglich geworden ist. Ich danke Ihnen, Herr Herrmann, und dem Innenministerium, dass Sie die Bedeutsamkeit dieses Kurses erkannt haben und dass Sie diesen Kurs auch weiterhin finanziell unterstützen. Damit auch andere Menschen einen Weg finden, einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten und damit auch Deutschland als ihrer neuen Heimat etwas zurückgeben können“.
Nähere Informationen:
Magdalena Schneider, magdalena.schneider@keb-bayern.de
Referentin für Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 089 38 102 203